Das gut versteckte Arthouse-Kino im weltberühmten Kunstzentrum Alte Baumwollspinnerei.

Out on screen – Programm
02.07 – 08.07.2026

Donnerstag, 2. Juli 19:00 Uhr “Tunten Lügen nicht” von Rosa von Praunheim (2002) mit Einführung und einleitender Perfromance von Rosa Revoluzza
Freitag, 3. Juli 19:00 Uhr “Coming Out” von Heiner Carow (1989) mit Einführung und anschließendem Gespräch mit Kulturhistorikerin Dr. Maria Bühner
Samstag, 4. Juli 17:00 Uhr “The Celluloid Closet- Gefangen in der Traumfabrik” von Rob Epstein, Jeffrey Friedman (1996) mit Einführung und anschließendem Gespräch mit Peter Hintz
Sonntag, 5. Juli 19:00 Uhr “Young Soul Rebels” von Isaac Julien (1991) mit Musik Bingo durch die Jahrzehnte zum Einstieg
Montag, 6. Juli 19:00 Uhr “The Watermelon Woman” von Cheryl Dunye (1996) mit Einführung und anschließendem Gespräch mit Kultursoziologin Sophia Weißer
Dienstag, 7. Juli 19:00 Uhr “Gendernauts” von Monika Treut (1999) mit einleitender Performance und Nachgespräch mit dem Flamboyish Kollektiv
Mittwoch, 8. Juli 19:00 Uhr “Rafiki” von Wanuri Kahiu (2018) mit Einführung in den Film und anschließendem Nachgspräch mit Tanchik Kulbakina

OUTONSCREEN

SAVING SPOONIE

Regie: Till Harms

87 min / FSK folgt

Spoonie, der Löffelstrandläufer, wäre ohne Dr. Christoph Zöckler und eine eingeschworene Gruppe aus internationalen Ornithologen längst ausgestorben. Als wäre das nicht schlimm genug, verläuft die Flugroute des spatzengroßen Watvogels, mit dem sonderbaren Löffelschnabel, von Russland über Nordkorea und China bis nach Myanmar – und somit durch diverse Krisenregionen des letzten Jahrzehnts. Die Arbeit der Task Force ist auch eine politische Herausforderung. Sie verlangt diplomatisches Fingerspitzengefühl bei der Abstimmung mit den Ländern auf der Flugroute. So spiegelt sich in der Tragikomödie über Spoonies Schicksal der Kampf um die bedrohte Vielfalt, in einer zerbrechlich gewordenen Welt.

Spielzeiten & Infos: HIER.

RESURRECTION (OmU)

Regie: Bi Gan

160 min / ab 16 Jahren

Im Jahr, in dem das Kino sein 130. Jubiläum feiert, wagt der chinesische Regisseur Bi Gan einen radikalen Schritt: Er will die Sprache des Films neu erfinden – etwas Reines, Leuchtendes, noch nie Gesehenes. Nicht zufällig trägt sein Werk den Titel „Resurrection“ – Auferstehung –, und gemeint ist nichts Geringeres als die Wiedergeburt des Kinos selbst. Ein Film, der Kino zum Thema macht, ein Traum über Träume, ein sinnüberschreitendes Abenteuer. Dabei wirkt Bi Gans futuristische Dystopie wie aus einem Philip-K.-Dick-Roman entliehen. Denn in seiner Welt sind alle, die nicht mehr träumen können, dazu verdammt, ewig zu leben. Und die anderen – die Träumenden, die „Fantasmer“ – wandern durch endlose, traumhafte Landschaften, im Kino und als Kino. Das ist der Auftakt zu einer bildgewaltigen Odyssee, die sich in sechs Episoden durch die Filmgeschichte bewegt wie durch die Schichten eines Traums: vom expressionistischen Stummfilm über einen vom Krieg geprägten Noir, weiter zu einer buddhistischen Parabel, einem neorealistischen Heist und schließlich einer vampirischen Millenniums-Romanze. Jede Episode entfaltet dabei ein ganz eigenes ästhetisches Universum und ist virtuos miteinander verschlungen. „Resurrection“ ist hypnotisches, streng durchkomponiertes Kino, das nicht weniger will als die Rückkehr zum Ursprung – und der Beweis, dass im Zeitalter digitaler Bilder noch immer Funken einer radikal neuen Filmsprache möglich sind.

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TRANSIT TIMES (OmU)

Regie: Ana-Felici Scutelnicu

133 min / FSK folgt

Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.

Spielzeiten & Infos: HIER.

EINE STÜRMISCHE AFFÄRE (OmU)

Regie: Ludovica Rampoldi

98 min / ab 12 Jahren

Verführerische Komödie trifft auf packendes Drama: Der Seismologe Rocco ist ein eigentlich glücklich verheirateter Mann in seinen besten Jahren, der seine Freitagabende mit Schach-Boxen verbringt – bis er eines Tages die junge Mutter Lea kennenlernt und nicht lange zögert, eine Affäre mit ihr zu beginnen. Doch die eifersüchtige Journalistin gibt sich nicht mit diskreten Treffen in Hotelzimmern zufrieden, sondern dringt immer tiefer in Roccos Privatleben ein. Als die obsessive Stalkerin auch noch heimlich dessen Ehefrau, eine Psychotherapeutin, aufsucht, wird aus der Affäre ein Spiel mit dem Feuer.

Spielzeiten & Infos: HIER.